Von München geht es in fünf entspannten Etappen durch die schönsten Alpenlandschaften bis ans Nordende des Gardasees. Zugspitzblick, türkise Bergseen, Innsbrucker Stadtleben, Dolomitenromantik und schließlich Oleander-Duft am Lago di Garda — diese Route verbindet Bergluft, Kultur und mediterranes Lebensgefühl.
Routenverlauf
Tagesetappen
München → Riva del Garda · 5 Tage
Tag 1
Grainau am Fuß der Zugspitze ist der ideale erste Halt: Raus aus der Stadtautobahn, rein in die Alpenluft. Der Camping Resort Zugspitze bietet komfortable Stellplätze mit direktem Blick auf das Zugspitzmassiv. Der Eibsee ist fußläufig erreichbar — nachmittags lohnt eine Runde um den See, dessen Buchten an klaren Tagen karibisch wirken. Abends kühlt die Bergluft spürbar ab, Lagerfeuer-Atmosphäre garantiert.
Entspannte Abfahrt aus München, Ankunft in Grainau gegen Mittag, Wohnmobil einrichten.
Spaziergang zum Eibsee (ca. 2 km), Bademöglichkeit bei gutem Wetter, Fotostopps am Seeufer.
Abendessen im Ort, früh schlafen gehen — morgen steht ein früher Aufstieg zur Zugspitzgondel an.
- Zugspitzbahn-Tickets online vorab buchen spart Zeit und oft Geld.
- Der Eibsee hat mehrere Badebuchten — Bucht 5 und 6 sind weniger frequentiert.
- Im Gasthof Alpenhof in Grainau gibt es hausgemachte Laugenbrezen zum Frühstück.
Tag 2
Mittenwald ist eine der malerischsten Kleinstädte der deutschen Alpen: bemalte Lüftlmalerei-Fassaden, der Duft von Fichtenholz aus den Geigenbauerwerkstätten und das Karwendelgebirge als massive Kulisse. Der Alpen-Caravanpark Tennsee liegt direkt am See und bietet gute Sanitäranlagen sowie digitale Infrastruktur. Der Tennsee ist klein, aber ruhig — morgens ziehen Nebelfetzen über das Wasser, die Stille ist fast greifbar.
Kurze Fahrt von Grainau nach Mittenwald (ca. 35 Min), Besuch des Geigenbauermuseums in der Altstadt.
Karwendelbahn auf die Kranzberg-Alm oder Wanderung entlang der Leutascher Geisterklamm.
Abendessen in Mittenwald, danach Sonnenuntergang am Tennsee beobachten.
- Das Geigenbauermuseum ist kleiner als erwartet, aber erstaunlich tiefgründig — 45 Minuten einplanen.
- Am Tennsee gibt es kaum Mücken — Lage und Windverhältnisse sorgen für angenehme Abende im Freien.
- Mittenwald hat einen kleinen Wochenmarkt am Freitagvormittag mit regionalen Produkten.
Tag 3
Das Ferienparadies Natterer See liegt in den Hügeln südwestlich von Innsbruck und kombiniert Bergcamping-Atmosphäre mit städtischer Erreichbarkeit. Der Natterer See selbst ist zum Schwimmen geeignet, der Campingplatz hat Freizeitanlagen für einen entspannten Vor- oder Nachmittag. Per Bus kommt man bequem ins Innsbrucker Stadtzentrum — Goldenes Dachl, Markthalle und Bergisel sind Pflicht.
Fahrt von Mittenwald nach Natters (ca. 45 Min), Einrichten, dann per Bus nach Innsbruck.
Stadtbummel Innsbruck: Altstadt, Hofburg, Markthalle — Käse und Speck für den Proviant kaufen.
Bergisel-Schanze bei Sonnenuntergang, dann zurück zum Campingplatz, Abend am Natterer See.
- Das Innsbruck-Tagesticket für Busse und Tram kostet wenig und spart das teure Stadtparken.
- In der Markthalle Innsbruck gibt es Kaspressknödel zum Mitnehmen — perfekt als Abendsnack.
- Wer mag, fährt mit der Nordkettenbahn noch auf 2300 m — die letzte Gondel fährt um 17:30 Uhr.
Tag 4
Camping Vidor in Pozza di Fassa ist der einzige Platz dieser Route mit dokumentierter Gästebewertung (4,3 Sterne) — ein Hinweis auf verlässliche Qualität. Das Fassatal ist Dolomitengebiet: Abendrot auf den Porphyrfelsen des Rosengartens, Marmolada-Blick bei klarer Sicht, Bergluft mit Harzduft. Das Tal ist touristisch erschlossen, aber nicht überlaufen — die Infrastruktur stimmt, die Natur bleibt dominant.
Fahrt von Natters über den Brenner ins Fassatal (ca. 1,5 Std), Ankunft in Pozza di Fassa.
Gondel Buffaure auf die Alm oder Wanderung im Tal, Fotostopp am Carezza-See (10 Min Fahrt).
Alpenglühen auf dem Rosengarten (beste Sicht um 19-20 Uhr), Abendessen im Ort.
- Das Alpenglühen auf dem Rosengarten beginnt je nach Jahreszeit zwischen 18:30 und 20:30 Uhr.
- Am Carezza-See früh morgens oder spät abends fahren — tagsüber viele Reisebusse.
- Lokaler Käse 'Puzzone di Moena' riecht intensiv, schmeckt aber außergewöhnlich — in jedem Dorfladen erhältlich.
Tag 5
Limone sul Garda ist der dramatischste Einstieg in die Gardasee-Welt: Die Ortschaft klebt förmlich an den Felsen über dem See, Zitronenterrassen und Olivenhaine rahmen die Küstenstraße. Der Camping Park Garda in Limone bietet Seeblick und liegt perfekt für Ausflüge nach Riva del Garda, nur 20 Minuten entfernt. Hier riecht die Luft nach Oleander, das Wasser schimmert türkisblau, und abends legen Windsurfer ihre letzten Runden ein.
Fahrt von Pozza di Fassa über Trient nach Limone sul Garda (ca. 2 Std), erste Seesicht genießen.
Ankunft und Einrichten, dann Bummel durch Limone, Aperol Spritz am Seeufer.
Fahrt nach Riva del Garda, Abendessen in der Altstadt, Spaziergang am Hafen.
- Der Ponale-Wanderweg beginnt am nördlichen Ortsausgang von Riva — kostenlos, Parkplatz am Wegbeginn.
- Limone hat eine eigene Buslinie nach Riva (ca. 20 Min), was abendliche Weinproben entspannter macht.
- Der Gardasee-Fährbetrieb verbindet Limone mit Malcesine auf der Ostseite — Tagesausflug möglich.
München bis Gardasee: Eine Genussreise durch die Alpen
Wer das Wohnmobil in München startet und Richtung Gardasee rollt, könnte die Strecke theoretisch in fünf Stunden hinter sich bringen. Aber warum hetzen, wenn die Alpen ein Büffet der schönsten Art aufgetischt haben? Diese Route dehnt die 361 Kilometer auf fünf Tage aus — mit Abenden am Lagerfeuer, spontanen Badestopp-Entscheidungen und dem langsamen Übergang vom bayerischen Voralpenland in die südliche Leichtigkeit Norditaliens.
Tag 1: Abschied von München — Zugspitzblick im Werdenfelser Land
Raus aus der Stadt, rein in die Berge. Schon nach 90 Minuten Fahrt auf der A95 Richtung Garmisch-Partenkirchen wechselt die Aussicht dramatisch: Vor einem ragen die Zugspitzmassive auf, dahinter nichts als Himmel. Grainau ist der erste Halt — ein Ort, der mit Zugspitze, Eibsee und Loisach gleich drei Trümpfe auf einmal ausspielt.
Der Camping Resort Zugspitze in Grainau liegt so, dass das Zugspitzmassiv schon beim Morgenkaffe den Blick magnetisch anzieht. Wer früh anreist, hat genug Zeit für eine Nachmittagswanderung zum Eibsee — der tiefblaue Bergsee mit seinen winzigen Buchten ist einer der fotogensten Seen Deutschlands. Abends lohnt ein Spaziergang durch Grainau selbst, wo kleine Gasthöfe echte Kasespätzle servieren, keine aufgewärmten Tiefkühlvarianten.
Insider-Tipp
Die Zugspitzbahn fährt früh morgens am ruhigsten — Tagesausflügler aus München kommen erst ab 10 Uhr. Wer um 8 Uhr auf dem Gipfel steht, hat das Panorama mit bis zu 400 Alpengipfeln oft für sich allein.
Tag 2: Über Mittenwald ins Karwendel
Die zweite Etappe ist kurz an Kilometern, groß an Eindrücken. Die Strecke von Grainau nach Mittenwald führt durch das Isartal, vorbei an Ferienhäusern mit blumengeschmückten Balkonen und dem leisen Rauschen des Flusses. Mittenwald selbst ist ein Ort wie aus dem Bilderbuch: bemalte Häuserfassaden, der Duft von Holz aus den Geigenbauerwerkstätten, und im Hintergrund die scharfen Zacken des Karwendelgebirges.
Der Alpen-Caravanpark Tennsee bei Mittenwald liegt direkt am namensgebenden See — einem ruhigen Bergsee, um den morgens oft Nebelschwaden ziehen. Der Platz hat gute Sanitäranlagen, digitale Infrastruktur für alle, die zwischendurch arbeiten müssen, und genug Ruhe, um abends wirklich herunterzukommen. Alternativ bietet der Naturcampingpark Isarhorn eine naturnahe Variante direkt an der Isar.
In Mittenwald lohnt ein Besuch des Geigenbauermuseums — die handwerkliche Tradition der Stadt ist UNESCO-Kulturerbe. Wer die Beine lieber streckt, nimmt die Karwendelbahn auf knapp 2.200 Meter Höhe: Von dort oben sieht man bei klarem Wetter bis zum Gardasee.
Tag 3: Innsbruck — Stadt zwischen den Gipfeln
Heute wird die Landesgrenze überquert. Mittenwald nach Innsbruck sind nur gut 30 Kilometer, aber der Übergang von Bayern nach Nordtirol ist spürbar: Die Architektur verändert sich, die Speisekarten wechseln, und plötzlich rückt die Stadt so nah an die Berge heran, dass man das Gefühl hat, sie stünde mitten im Gebirge — was sie de facto auch tut.
Der Ferienparadies Natterer See in Natters liegt nur wenige Kilometer vom Innsbrucker Stadtzentrum entfernt, hat aber den Charakter eines Bergcampings. Der Natterer See selbst lädt zum Schwimmen ein, der Campingplatz bietet Freizeitinfrastruktur, die man gerne nutzt, wenn man nicht gerade in der Stadt unterwegs ist.
Innsbruck ist einer der unterschätzten Stopps auf dieser Route. Die Altstadt mit dem Goldenen Dachl, die Hofburg, die Markthalle mit ihren Südtiroler Käsespezialitäten — das alles ist fußläufig erreichbar. Am Abend empfiehlt sich die Bergisel-Schanze: Die Aussichtsplattform, entworfen von Zaha Hadid, bietet bei Sonnenuntergang einen Blick über die gesamte Innsbrucker Talweite.
Praktischer Hinweis
Für Innsbruck gibt es Tagestickets für den öffentlichen Nahverkehr, mit denen man Bus und Straßenbahn nutzen kann. Das Wohnmobil bleibt bequem auf dem Campingplatz — Parken in der Innsbrucker Innenstadt ist aufwendig und teuer.
Tag 4: Dolomiten und Fassatal — der dramatischste Abschnitt
Heute steht der landschaftliche Höhepunkt der Reise auf dem Programm. Die Fahrt von Innsbruck über den Brenner ins Fassatal ist eine der eindrucksvollsten Wohnmobilrouten der Ostalpen. Hinter Sterzing öffnet sich das Eisacktal, die Berge werden röter und zerklüfteter, und irgendwann taucht links die markante Silhouette des Rosengartens auf.
Pozza di Fassa im Fassatal ist der perfekte Stützpunkt für diesen Abend. Der Camping Vidor ist der einzige Platz auf dieser Route mit einer dokumentierten Bewertung — 4,3 Sterne sprechen für sich. Das Tal riecht nach Harz und frisch gemähtem Gras, abends gehen die Dolomiten-Felstürme in einem warmen Orange unter, das Fotografen von überall auf der Welt hierherlockt.
Wer noch Energie hat, fährt nachmittags mit der Gondel auf die Buffaure-Alm — von dort oben sind Langkofel und Sellastock zum Greifen nah. In Pozza selbst gibt es kleine Läden, in denen lokaler Trentino-Wein und Käse aus der Region verkauft werden. Ein Abendessen mit Canederli in Speckbrühe und einem Glas Teroldego ist an diesem Abend Pflicht.
Routen-Hinweis
Das Fassatal ist mit dem Wohnmobil sehr gut befahrbar. Die Straßen sind breit, die Kehren moderat. Wer den Abstecher über den Grödner Joch oder Karerpass nehmen möchte, sollte die aktuellen Durchfahrtsbeschränkungen für Wohnmobile prüfen.
Tag 5: Ans Wasser — Caldonazzo-See und Gardasee
Der letzte Tag der Reise ist ein Abstieg — im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Von den Dolomitenhöhen geht es hinunter ins Valsugana, vorbei am Caldonazzo-See, einem der wärmsten Seen Italiens nördlich des Po, bis schließlich der Gardasee am Horizont aufleuchtet.
Wer noch einen halben Tag Puffer einplant, kann am Camping Penisola Verde am Caldonazzo-See eine erste Abkühlung nehmen — das Wasser ist klar, der Strand sandig, die Atmosphäre entspannt. Der See ist bei Einheimischen beliebt, von Touristen aber weniger überlaufen als der Gardasee.
Am Gardasee selbst bietet der Camping Park Garda in Limone sul Garda eine spektakuläre Ankömmlingskulisse: Limone klebt an den Felsen über dem See, Palmen und Oleander wachsen Seite an Seite, und das Wasser schimmert je nach Tageszeit in Türkis, Stahlblau oder tiefem Grün. Riva del Garda, das eigentliche Ziel, ist von Limone aus in 20 Minuten erreichbar und bietet Windsurfen, eine mittelalterliche Altstadt und den berühmten Ponalefall.
Diese fünf Tage vom Münchner Stadtrand bis zum Gardasee-Ufer sind kein Sprint, sondern ein bewusstes Reisen — mit Zeit für spontane Umwege, für lange Abende und für die kleinen Dinge, die man im Wohnmobil erst wirklich zu schätzen lernt: Der Kaffee auf der eigenen Trittstufe, mit Blick auf einen Berggipfel, den man gestern noch nicht kannte.
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